Geschichte

Dem langen und erfolgreichen Wirken von Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in der Stadt Altenburg ist es zu verdanken, dass sich Altenburg Anfang des 20. Jahrhunderts sehr rasch und positiv entwickeln konnte. Fast 150 Jahre städtische Gasversorgung, über 100 Jahre Stromversorgung und eine Wasserversorgung, deren Wurzeln fast bis ins Mittelalter zurückreichen sind nicht zuletzt Beleg für den Einsatz der Bürger Altenburgs für die Entwicklung ihrer Stadt. Auch nach der Verstaatlichung dieser Versorgung nach dem 2. Weltkrieg wurden wichtige Infrastrukturmaßnahmen durch das Energiekombinat Leipzig und das Kombinat WAB Leipzig durchgeführt. Erinnert sei hier nur an den Neubau der Wohngebiete Altenburg Süd-Ost und Altenburg Nord und die damit verbundenen Erschließungen. Für diese Wohngebiete wurde in den 70-er und 80-er Jahren eine Fernwärmeversorgung aufgebaut.

Dabei waren die ersten Jahre des Wirkens der Ewa von Investitionen und Bauvorhaben für eine optimale Versorgungssicherheit geprägt. Davon zeugen die neu errichteten Blockheizkraftwerke in Altenburg Nord und Altenburg Süd-Ost, die Sanierung des Wasserturmes im Stadtteil Süd-Ost und Tausende Meter neuverlegter Versorgungsleitungen.

Die historische Entwicklung der Ewa

Die Energieversorgung der Stadt Altenburg und des Altenburger Landes wurde bis zum 30. Juni 1990 durch den VEB Energiekombinat Leipzig mit einer eigenen Betriebsstelle in Altenburg sichergestellt.

Für den Wasser- und Abwasserbereich im Altenburger Land war nach der Wende bis Dezember 1993 die WAB Leipzig GmbH zuständig.

Aus dem VEB Energiekombinat Leipzig wurden unter Beteiligung westdeutscher Unternehmen die WESAG Westsächsische Energie Aktiengesellschaft mit Sitz in Markkleeberg und die Gasversorgung Leipzig GmbH (GVL) gegründet. Durch Abspaltung auf der Grundlage des Gesetzes über die Spaltung der von der Treuhandgesellschaft verwalteten Unternehmen kam es zum 1. Januar 1992 zur Gründung der für die Stadt Altenburg zuständigen Versorgungsunternehmen:

  • STEV Sächsisch-Thüringische Elektrizitätsversorgung GmbH, Markkleeberg
  • GVA Gasversorgung Altenburg GmbH, Leipzig

Die Abspaltung der Strom-, Fernwärme- und Gasversorgung des Stadtgebietes Altenburg aus dem Vermögen der WESAG bzw. der GVL in rechtlich selbstständige Unternehmen war mit den Überlegungen der Stadt verbunden eine eigene Gesellschaft zu gründen, die im Stadtgebiet die Versorgung mit Elektrizität, Gas, Fernwärme und Wasser übernehmen sollte.

Mit Gesellschaftervertrag vom 20. Dezember 1991 ist zunächst die Stadtwerke Altenburg GmbH (SWA) als 100% Tochter der Stadt Altenburg gegründet worden. Unternehmensgegenstand der SWA sind Aufgaben eines kommunalen Versorgungs-, Entsorgungs- und Verkehrsunternehmens – insbesondere die leitungsgebundene Versorgung mit elektrischer Energie, Gas, Wärme und Wasser, die Abwasserbeseitigung und –behandlung sowie weitere kommunale Aufgaben.

Eine erste wichtige Entscheidung der Stadt Altenburg/SWA war der Abschluss eines Erdgaslieferungsvertrages mit der WINGAS zum 27. Dezember 1991. Damit waren die Grundlagen zur Umstellung des vorhandenen Stadtgasnetzes und dem zügigen Aufbau einer Erdgasversorgung für die Stadt Altenburg sichergestellt. Bereits im Oktober 1992 wurde mit der Erdgasumstellung begonnen, die 1993 weitestgehend abgeschlossen werden konnte.

Am 10. März 1992 wurde ein Zusammenarbeitsvertrag zwischen der Stadt Altenburg/SWA und der WESAG sowie der Mainkraftwerke Aktiengesellschaft (MKW AG) geschlossen für die Bildung einer gemeinsamen Gesellschaft – der

Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH.

Die Stadt Altenburg ist über die SWA zu 70 %, WESAG und MKW AG zu 30 % beteiligt. Die Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH ist zunächst am 24. April 1992 als 100%ige Tochter der Stadtwerke Altenburg GmbH gegründet worden.

Dieser Schritt war notwendig, da die nach Kommunalvermögensgesetz der Stadt Altenburg zustehenden Restitutionsansprüche erst im Jahre 1994 durch Eigentumsübertragung von der Treuhandanstalt vollständig erfüllt worden sind.

So war auch erst am 27./30. Dezember 1993 die Entflechtung des ehemaligen Versorgungsbereiches 3 der WAB Leipzig GmbH mit gleichzeitigem Abschluss von Teilbetriebsübertragungsverträgen zwischen der WAB und den neuen Versorgungsträgern (ZAL; WAZ, Stadt Altenburg, Stadt Schmölln) besiegelt.

Mit den Betriebsüberlassungsverträgen zwischen den anderen Aufgabenträgern und der SWA konnten die Stadtwerke Altenburg im Jahre 1994 den Betrieb Wasserver- und Abwasserentsorgung aufnehmen. Die geplante Eingliederung der Wasserversorgung für das Stadtgebiet in die Ewa vollzog sich mit Wirkung vom 1. Januar 1995.

Die Verhandlungen mit dem Thüringischen Wirtschaftsministerium über die eigene Energieversorgung kamen hingegen sehr viel schneller zum Abschluss. Die Genehmigungen nach § 5 Energiewirtschaftsgesetz für die Versorgung mit Strom und Erdgas wurden der Ewa am 14. September 1993 erteilt. Mit Wirkung zum 1. Januar 1995 erfolgte schrittweise und besonnen die Neustrukturierung der öffentlichen Ver- und Entsorgung im Stadtgebiet in folgenden Schritten bis zum heutigen Tag:

  • Übertragung der Anteile der Stadt Altenburg an STEV und GVA auf die Stadtwerke Altenburg GmbH 
  • Übertragung der Passiva und Aktiva des städtischen Eigenbetriebes Fernwärme auf die Ewa
  • Übertragung des Wasservermögens von der SWA auf die Ewa
  • Änderung der Beteiligungsverhältnisse an der Ewa (70 % SWA/ 30 % GEV)
  • Kauf der GEV durch die Ewa (100%ige Tochter der Ewa) zum 1. November 1999
  • Übernahme der 30%igen Beteiligung durch die envia Energie Sachsen Brandenburg AG zum 1. November 1999
  • Die Geschäftsanteile werden seit dem 1. Januar 2013 zu 100 % von der Stadtwerke Altenburg GmbH gehalten

Heute stellt sich die Ewa als leistungsfähiges und ertragsorientiertes Unternehmen den Forderungen der Gesellschafter und den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen.